MobiDiK-Swasiland

MobiDiK-Swasiland ist vorwiegend ein Projekt zur medizinischen Versorgung der AIDS-Waisen auf dem Land, für die die ohnehin ungenügenden staatlichen Angebote nicht zu erreichen sind. Zusammen mit ihrem Partner Hand in Hand Swaziland kümmert sich die THOMAS ENGEL-Stiftung um die Versorgung von mehr als 3.000 Aidswaisenkindern. Hand in Hand Swaziland ist überwiegend in Shiselweni, dem abgelegensten und ärmsten Distrikt des Landes, im ländlichen Süden von Swasiland tätig. Die Aidswaisenkinder werden dort in 100 NCP's
(= Neighbourhood Care Points) versorgt. Diese Einrichtungen sind mit unseren Kinder­tagesstätten vergleichbar, allerdings wesentlich kleiner und primitiver.

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Caregiver beim Vorschul-
unterricht

In den über das Land verstreuten 100 NCP's kümmern sich etwa
700 ehrenamtlich tätige Caregivers (= Betreuerinnen) um die Kinder im Vorschulalter. Sie erhalten dort u. a. Vorschulunterricht und mittags eine warme Mahlzeit. Nachmittags kehren die Kinder wieder in ihre Hütten zurück, wo sie dann von älteren Geschwistern, Großmüttern oder sonstigen Gemeindemitgliedern betreut werden.

Die „Seele“  von Hand in Hand Swaziland ist der dortige Managing Director Tihlobotakhe Zulu. Er ist im Distrikt Shiselweni bekannt und beliebt und deshalb ein sehr gefragter Ansprechpartner, besonders für diejenigen, die in großer Not sind – und das ist die Mehrheit der Bevölkerung.

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Tihlobotakhe Zulu

Hand in Hand Swaziland betreibt auch eine Farm. Sie dient überwiegend der Versorgung der NCP's, u. a. mit Mais, Bohnen, Bananen und Erdnüssen.

Die in den NCP's von Hand in Hand Swaziland betreuten Kinder müssen inzwischen zwar nicht mehr verhungern. Sie sterben aber nicht selten an banalen Erkrankungen, wie Infektionen, auch verursacht durch unversorgte Wunden, denn ein wesentliches Defizit ist die sehr unterentwickelte medizinische Versorgung. Die von Krankenschwestern betreuten und vollkommen überlasteten Rural Clinics sind von den Kindern im Hügelland oft kaum zu erreichen. Deshalb haben Hand in Hand Swaziland und die THOMAS ENGEL-Stiftung damit begonnen, den mobilen medizinischen Dienst MobiDiK (Mobiler Dienst für Kinder) aufzubauen. Inzwischen ist ein robustes, geländegängiges Ambulanzfahrzeug, besetzt mit einer examinierten Krankenschwester und ihrer Assistentin, täglich in den NCP's im Einsatz. Auf der Farm befindet sich der MobiDiK-Stützpunkt, bestehend aus Medikamentenlager, Behandlungsraum, Büro und einer Wohnung für die Krankenschwester.

Medizinische Versorgung

Über die medizinische Akut-Versorgung der Kinder hinaus werden durch MobiDiK auch regelmäßig Impfungen gegen Tuberkulose, Diphtherie, Tetanus, Polio, Hib, Hepatitis B, Keuchhusten und Masern durchgeführt. Darüber hinaus erfolgt in den ersten 5 Lebensjahren alle 6 Monate eine prophylaktische Entwurmungsbehandlung.

Eine der aktuellen Hauptaufgaben von MobiDiK ist das Testen der in den Hand in Hand – NCP's betreuten Kinder auf HIV, da bei der hohen Infektionsrate der Schwangeren (ca. 50 %) das Risiko einer Ansteckung der Kinder schon bei der Geburt hoch ist und sie andernorts nicht getestet werden. In Kooperation mit der einheimischen Hilfsorganisation NATICC wurde ein entsprechendes Programm begonnen. Nur ein früher Therapiebeginn verbessert die Prognose für die infizierten Kinder und reduziert das Übertragungsrisiko auf andere.

Leider können mit dem einen Ambulanzfahrzeug nur knapp 40 der insgesamt 100 NCP's erreicht werden. Deshalb ist es das dringende Ziel, MobiDiK auf 3 Ambulanzfahrzeuge mit 4 Krankenschwestern und 4 Assistentinnen auszubauen.

Behandlung Magdalene Budach

Im Rahmen von MobiDiK sind weitere Unterprojekte geplant:

  • Verbesserung der Trinkwassersituation
  • Motivation und Weiterbildung der etwa 700 ehrenamtlichen Caregiver (= Betreuerinnen)